„On the Art of Home“ – ein Workshop mit Min Bark

Nach einer Führung durch die Ausstellung erarbeitet Min Bark mit Berufstätigen aus dem Bereich Soziale Arbeit individuelle Bezüge zu ihren ausgestellten Werken. Durch das Anfertigen kleiner Puppen aus Stoff verleihen wir unserer Reflexion und Neuinterpretation zu den Themen Herkunft und Heimat unseren ganz persönlichen, künstlerischen Ausdruck.

In der Ausstellung „On the Art of Home“ kreisen Min Barks Arbeiten um ein zentrales Motiv: den biografischen Bruch und die Erfahrung des Verlusts. Bark bezeichnet dies als den „Verlust der frühen Kindheit“ – ein persönliches Trauma, das sie in ihren Skulpturen visuell und materiell verhandelt. Zugleich öffnet sie mit diesen Arbeiten einen Raum für einen Diskurs von politischer Tragweite: Über 200.000 koreanische Kinder wurden von ihren leiblichen Familien getrennt und aus ihrer Heimat entwurzelt. Bark fasst die Erfahrung in klare Worte: „Wer seine leiblichen Eltern verliert und nicht einmal weiß, wer sie sind – das ist eine Verletzung, die bleibt für immer.“

In einer Kunstwelt, die zunehmend globale Perspektiven einfordert, leistet Min Bark einen essenziellen Beitrag: Sie macht die biografische Leerstelle zur künstlerischen Ressource, die Körperlichkeit zur politischen Sprache und Erinnerung zur räumlichen Erfahrung. Ihre Kunst fordert keine einfachen Antworten, sondern schafft Momente tiefer Reflexion über das, was uns ausmacht – und was uns fehlt. 

Zur Künstlerin: Min Bark (*1979, Andong) ist eine deutsche Künstlerin mit südkoreanischen Wurzeln. In den 1980er-Jahren gehörte sie zu den rund 200.000 Kindern, die von der südkoreanischen Regierung auf der Grundlage gefälschter Dokumente zur Adoption ins Ausland freigegeben wurden. In diesem Zuge wurden ihr Name „Bark“ sowie ein geschätztes Geburtsjahr willkürlich festgelegt. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in der Klasse von Christian Jankowski. Unter dessen Einfluss entwickelte sich eine konzeptuelle Arbeitsweise, die sich bis heute wie ein roter Faden durch ihr Werk zieht. Min Barks Arbeitsweise als Bildhauerin ist geprägt von präziser Materialwahl, handwerklicher Intensität und einer sensiblen Verbindung von Konzept und Emotion. Ihre Skulpturen, Installationen und textilen Objekte verbinden autobiografische Tiefe mit gesellschaftlicher Relevanz.

Foto@Min Bark

Veranstaltungstage

Dienstag, 13.01. – 10:00 - 11:30 Uhr Kulturvermittlung

Veranstaltungsort

LABYRINTH Kulturzentrum
Urbanstr. 64
70182 Stuttgart